Erongo Verzeichnis für afrikanisches Jagdwild – Pressekonferenz anlässlich der Messe „Jagd und Hund“ in Dortmund

Verantwortung tragen, Zeichen setzen.

Gedanken von Dr. Georg Eckel

Dr. Georg EckelDass das Erongo Verzeichnis dafür eintritt, dass nur altes, reifes autochthones, also in der Region heimisches Wild bei der Trophäenjagd in Afrika zur Strecke kommt, das an der arteigenen Vermehrung teilgenommen hat. Und das in Gebieten mit mindestens einem der afrikanischen Prädatoren lebt und nicht von wilddichten Zäunen in seiner Aktivität und Verbreitung beschränkt wird, dürfte in interessierten Jägerkreisen als bekannt vorausgesetzt werden.

Erstens haben sich die verdienten Vertreter des Erongo Verzeichnisses bereits mehrfach in der Öffentlichkeit gerade dazu geäußert. Aber zweitens auch, weil ihre Botschaft, weil ihre Forderungen so klar und so plausibel sind, dass sie schon selbstverständlich erscheinen. Soweit die Theorie.

Damit die Gedanken und Ideale des Erongo Verzeichnisses auch in die Praxis getragen werden, haben sich die Männer um Kai-Uwe Denker jetzt entschlossen, auf der Messe stellvertretend für andere, die folgen, drei Jagdgebiete auszuzeichnen, an denen sich interessierte Jagdgäste bei der Auswahl geeigneter Jagdreiseanbieter orientieren können.

In diesem Tun werden künftig Weitere ausgezeichnet, die diese Forderungen ebenfalls erfüllen und leben.

Das zweite Vorhaben, das Erongo vorgestellt hat, ist ein Buch, das in diesem Jahr entstehen soll und in dem Jagdgebiete und Anbieter nach Ländern und Wildarten zusammengefasst sind, die die Erongo-Kriterien leben.

Was steckt dahinter? Welche Einsichten und Gedanken haben dazu geführt?
Kai-Uwe Denker erklärt es damit, dass Jäger wie andere auch die weltweiten Umweltsorgen teilen. Sie unterscheiden sich allerdings von den anderen dadurch, dass für sie auch der Mensch Teil der Natur ist. Folglich sieht er ein grundlegendes Naturverständnis als erforderlich, um auch die vielfältigen, allgemeinen menschlichen Probleme anzugehen und dabei nicht nur Symptomkurieren zu betreiben, sondern auch Ursachen zu beheben.

Angesichts der gegenwärtigen Diskussion über Tierrechte, die vielfach abgehoben und bar jedes Verständnisses natürlicher Prozesse geführt wird, führen solche Überlegungen zu der Forderung, dass Tiere, speziell Wildtiere, Anrecht auf ein Leben in einem arteigenen und artgerechten Habitat haben.

Damit bedeutet tatsächlicher Natur- und Umweltschutz, natürliche oder zumindest naturnahe Lebensräume mit an diese angepassten Wilddichten unter natürlichen Gesetzmäßigkeiten zu bewahren und zu erhalten. Ist dies nicht tatsächlich das einzige, elementare „Tierrecht“ – im Gegensatz zur Forderung, dass Tiere dieselben Rechte wie wir Menschen haben müssten?

Und weiter: Wenn doch jedem offensichtlich klar ist, dass diese Forderung für Afrika und seine Tierwelt gilt – warum gilt sie nicht gleichermaßen auch für Europa, wenn nicht sogar weltweit? Schließlich sind wir Menschen diejenigen, die sich des Erbes natürlicher Ressourcen endlich klar werden müssen, um nachhaltig damit umzugehen!

Bleibt neben den verdienstvollen Erkenntnissen aus dieser Pressekonferenz mit Kai-Uwe Denker und seinen Mitstreitern vom Erongo Verzeichnis, diese Maßstäbe und Kriterien auf mitteleuropäische Reviere zu übertragen und entsprechende, lebensraumbedingt-angepasste Kriterien zu übertragen. Was wir brauchen, ist eine Auszeichnung für vorbildlich-geführte Reviere, die sich im Kern an die Erongo-Kriterien halten!

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