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handschuhe, ja oder nein?

Ist das Tragen von Schießhandschuhen auf der Jagd sinnvoll?

Ich meine – Ja! Und es sprechen viele gute Gründe für das Tragen von Schießhandschuhen auf der Jagd. Egal ob es nun einfarbige Fingerhandschuhe in verschiedenen Materialien sind oder Tarnhandschuhe. Fäustlingen bei denen die Spitze für die Finger abgeschnitten sind oder nur für den Abzugsfinger umgeklappt werden können. Bei allen Varianten kann der Schießfinger immer problemlos zum Betätigen des Abzugzüngels eingesetzt werden.

Es ist die einzige sinnvolle Art zur Tarnung der Hände

Durch Tarnen werden Erkennungsmerkmale der Jägerin oder dem Jäger beim jagdlichen Schießen unkenntlich gemacht. Bei dunklem Hintergrund leuchten unsere nicht geschützten Hände förmlich aus der Kanzel. Je nach Richtung des Sonnen- und Mondlichtes werden die helle Körperstellen vom Wild schnell eräugt. Jagen und damit einhergehend die Tarnung bedeuten Schutz gegen Sicht.

Es ist die effektivste Maßnahme zum sicheren Halten der Jagdwaffe

Ein noch wichtigerer Grund für das Tragen von gut passenden und speziell für das Schießen angefertigte Schießhandschuhen, ist das Halten der Jagdwaffe. Um ein einwandfreies Zielbild zu bekommen, muss die Jagdwaffe ruhig und fest gehalten werden. Je enger der Handschuh an der Hand an liegt, desto besser ist der Grip. Mit dieser Grifffestigkeit und dem rutsch hemmenden Material der Schießhandschuhe kann die Hand optimal die Jagdwaffe führen.
Wie sieht es bei Kälte aus? Werden die Hände im Winterhandschuh gewärmt, können die Fingerkuppen nicht taub werden und die Finger bleiben gelenkig. Der Abzugsfinger kann wie gewohnt an den Abzug gelegt werden.

Es ist der beste Schutz vor Verletzungen an den Händen

Sobald die Hand verletzt ist, ist es fast unmöglich die Hand zum Schießen zu benutzen, bzw. die Waffe ruhig zu führen. Mit dem Tragen von Schießhandschuhen wird die Verletzungsanfälligkeit an den Händen minimiert, oder es können sogar im jagdlichen Einsatz Verletzungen ausgeschlossen werden. Gut sitzende Schießhandschuhe erlauben ein perfektes Handling. Dank neuester Material-Entwicklungen erlauben die Handschuhe auch ein präzises Betätigen des Touchscreens am Mobiltelefon – ein weiterer nicht unwesentlicher Aspekt auf der Jagd zur Eigensicherung.

Es ist ein empfehlenswerter Schutz vor Materialveränderungen

Bei Hitze aber auch bei Aufregung oder körperlichen Anstrengungen versucht der Körper, die überhitzten Hände abzukühlen und produziert Schweiß. Probleme mit extremem Handschweiß kann es auch in der Pubertät geben, wenn sich der Hormonspiegel verändert. Bei der sich bildenden erhöhten Hautfeuchtigkeit lässt sich die Jagdwaffe ohne Schießhandschuhe schwer festhalten, sie rutscht förmlich durch die Hand und die hinterlassenen Fingerabdrücke können zudem durch den aggressiven Handschweiß dauerhaft zu Schäden an Lauf und Schaft führen.

Martina K.König – Jagdschule ISARIA – 2020-05-22

gedanken zur fotografie in der jagd

Kreativität bei der Jagdfotografie ist gefragt!

Ein Foto mit einer Büchse, abgelegt auf dem erlegten Wildkörper hat mit Sicherheit eine besondere Bedeutung für den Jäger oder die Jägerin, denn nur sie verbinden etwas Besonderes mit diesem Moment, diesem Ereignis, diesem Augenblick. Ich frage mich: haben wir in der Jagd nicht mehr zu bieten für die Fotografie?
Die Jagd ist ein Handwerk und wir benutzen, wie auch andere Handwerker wertvolles Handwerkszeug: Messer, Kettenhandschuh, Säge, Fernglas, Büchse, Handschuhe, Flinte, Ansitzeinrichtung, Patronentasche, Säge, Schüsseln, Patronen, Stirnlampe, Entfernungsmesser, Momente beim Aufbrechen oder beim Zerwirken, ein Besuch in der Werkstatt des Büchsenmachers und vieles vieles mehr……
Unsere Kameras wurden hervorragend weiterentwickelt und bieten eine Qualität an Bildmaterial, die wir noch entdecken müssen. Unsere Smartphone-Kameras zeichnen sich inzwischen ebenfalls durch besondere Qualität aus. Die Kameras bieten ein Potential, das wir noch lange nicht ausgeschöpft haben.
Was spricht dagegen ein paar weiße Gummistiefel, aufgesetzt auf einem Stiefelhaken, damit sie den Boden nicht berühren, im Zerwirkraum zu fotografieren? Einen Kettenhandschuh besonders ausgeleuchtet, lässt das Metall funkeln – wäre das nicht mal ein Foto wert? Anstelle einer Weitwinkelaufnahme der erlegten Wildtiere mit der Jagdwaffe, eine Nahaufnahme des Bruchzeichens?
Fordern wir die Kamera heraus, spielen wir mit ihr, experimentieren wir mit ihr. Seien wir einmal „Detail“ verliebt, seien wir kreativ. Liefern wir Content – entdecken wir Motive und setzen die Motive in Szene. Wählen wir einen einzigartigen Umgang mit der Kamera und schießen wir außergewöhnliche Motive in der Jagd.
Fotografie ist Kunst – und so sollte ein Bild betrachtet werden.
Ein Kunstwerk, das aus einem Handwerk entsteht.


Martina K. König
2020-02-29

Metallspäne bei der Herstellung von Jagdwaffen
Metallspäne die bei der Herstellung der Büchsenläufe als Abfallprodukt übrig bleiben